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Vom Winde (leider nicht) verweht

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Ganze acht wunderbare Tage verbringen wir mit Daniel und seiner Freundin Kimana am Diani Beach südlich von Mombasa in Kenia. Nach dem chaotischen Kite Surf Versuch auf Zanzibar fangen wir mit „D&D Kitetravel“ (Schleichwerbung an dieser Stelle definitiv beabsichtigt!) noch mal ganz von vorne an. An einem weißen, scheinbar endlosen Strand, mit Palmen und jeder Menge Sonne – aber leider ohne Wind.

Mehr schlecht als recht schaffen wir eine Lektion über das Kite Lenken, zum Fahren reicht es aber leider nicht. Beruhigt stellen wir fest, dass wir nicht so viel vergessen haben, wie noch auf Zanzibar befürchtet und auch Daniel ist zufrieden damit uns bald aufs Board zu schicken. Eine Chance dazu ergibt sich jedoch erst wieder zwei Tage später. Immerhin einen halben Tag hält der Wind und voller Elan schmeißen wir uns ins Wasser. Das Starten ist seit unseres Kurses in Polen leider immer noch nicht leichter geworden. Spaß macht es trotzdem und auch das ganze Wasserschlucken hat seinen Vorteil: wir fühlen uns bis in die Lunge mit Salzwasser sehr durchgereinigt.

Wieder bleibt der Wind aus, doch unsere Tage hier im kleinen Diani Paradies werden davon kaum getrübt. Nicht nur hat die WM begonnen, sodass man gut und gerne mal Mittags mit Bier eine Wiederholung in der Strandbar anschauen kann, wir finden hier auch völlige Ruhe. Die Möglichkeit unsere letzten zweieinhalb Monate in Afrika Revue passieren zu lassen, Luft zu holen und uns auf Asien mental und mit Literatur vorzubereiten. In einem tollen, entspannten Rhythmus leben wir mit Daniel und Kimana in einem zwei-Schlafzimmer Bungalow, schlemmen jede Menge Riesenavokados und genießen Kimanas Curry. Ja wat will man eigentlisch mehr? Wind natürlich.

So kommt schließlich ein voller Tag mit genügend Wind um loszulegen. Zu Melanies Verdruss stellt Matthias sich in kürzester Zeit mal wieder als Musterschüler heraus und prescht auf dem Wasser fröhlich von links nach rechts, windauf- und abwärts. Die Nase leuchtet rot vom Sonnenbrand, die Wangen rosa vor Euphorie und Glückseligkeit. Und während der Racker dem Wasserspaß alle Ehre macht, beschließt Melanie, dass doch nichts über einen Bauchklatscher geht. Links vom Board geschmissen, rechts oder auch nach vorne. Alles ist dabei und manchmal genießt auch sie das buckelfreie gleiten auf dem Wasser. Und als um die Mittagszeit herum akrobatische Einlagen mitsamt Kollision zwischen Brett und Schienenbein folgen hat sie schließlich die Schnau** voll. Ein sehr geduldiger Daniel gibt sein Bestes um die gewöhnlichen Strapazen der Lernphase deutlich zu machen. Auch versucht er klarzustellen, dass Matthias eine sehr schlechte Vergleichsbasis darstellt, wenn er dabei auch ein stolzes Grinsen nicht ganz vermeiden kann. So ist das mit Männlein, Weiblein und dem Extremsport. Melanie lässt es bleiben für den Rest des Tages, genießt die Sonne am Strand, beobachtet (nunmehr mit Stolz und nicht Neid) wie Matthias die Wenden meistert und schnattert mit Strandverkäufern über das Wunder ihrer „very white“ Haut.

Erholt und voller neu aufgeblühter Reiselust machen wir uns schließlich wieder auf den Weg. Zuerst nach Mombasa, von woaus wir am selben Tag noch den Nachtzug nach Nairobi nehmen. Während wir auf die Ankunft des Zuges warten, der schlussendlich mit sechs Stunden Verspätung abfahren wird, genießen wir unser erstes „Public Viewing“, mit kenianischen Arbeitern die ihrer Abendbrot in der Bahnhofshütte zu sich nehmen. Wir stellen fest, das Afrika für Afrika ist, egal wer der Gegner. Jeder Sieg einer Afrikanischen Mannschaft wird voller Stolz gefeiert und jeder Spielzug wird jubelnd und lachend verfolgt. Zum Glück spielt gerade nicht Deutschland, wir hätten uns sehr zurückhalten müssen. Das Abendessen nehmen wir im immer noch stehenden Speisewagen zu uns und legen uns dann schlafen. Als der Zug endlich losfährt, schlummern wir längst und lassen uns durch die Nacht schuckeln.

Nach ganzen zwölf Stunden Fahrtzeit, um 13:00 Uhr, treffen wir Arun, mit dem wir bereits am Vorabend ins Gespräch kamen, im Speisewagen. Lachend (um nicht zu weinen?) berichtet er uns, dass wir in 12 Stunden erst knapp 300 km hinter uns gebracht haben. Das Zugpersonal hat ihm eben mitgeteilt, dass wir noch etwa 7 Stunden für die restlichen 200 km brauchen werden. Arun wird seinen Flug aus Nairobi verpassen. TIA – This is Africa, hier reicht es nicht mit acht Stunden verspätung zu rechnen, ab sofort werden wir zwölf Stunden planen :)

Die Stimmung bleibt ungetrübt, als Matthias und Arun beschließen, die Guiness Vorräte des Zuges leer zu süffeln. Ein Vorhaben wahrer verzweifelter Männer – Melanie gibt sich klischee-konform der Schnulzliteratur im Schlafabteil hin und so vergeht der Nachmittag wie im Fluge. Schlussendlich brauchen wir 8 Stunden für die letzten 200 km, genug Zeit für uns alle um in einen entspannten Zustand der Gleichgültigkeit zu sickern. So macht es auch nichts, dass der Taxifahrer sich auf dem Weg ins Hostel völlig überbezahlen lässt und dass „Flora Hostel“ sich als ein Wohnhaus im christlichen Missionarsheim herausstellt, das nur unter Widerstand einen Raum für Arun hergibt. Mit Nonnen auf dem Grundstück, Messen um 6:30 Uhr und einem Gewimmel von gläubigen Hippis fühlt man sich wie im falschen Film. Nicht nur wegen einiger Anschläge in der letzten Zeit wird einem jedoch dazu geraten, sich nicht großartig in Nairobi zu bewegen. Zu sehen gibt es laut jeder von uns konsultierten Quelle ohnehin nichts.

Im Dreierpack mit Arun machen wir uns zumindest auf die Suche nach einem guten Kaffee und sitzen die Zeit bis zu unseren Flügen einfach aus. Einen Fernsehr gibt es immerhin und Deutschland spielt. Ein Muss! Vielleicht auch Schicksal, dass wir das Deutschland – Ghana Spiel inmitten der Liebe-deinen-Nächsten-Praxi schauen. So kommt es zu sehr angenehmen Unterhaltungen und respektabler friedlicher Atmospähre während wir Deutschland anfeuern und die restlichen Herren voller Würde Ghana ihre Stärke schicken. Trotz dem Unentschieden gehen alle zufrieden schlafen, für uns das letzte Mal auf dieser Weltreise in Afrika.

Es fühlt sich komisch an, am nächsten Mittag ins Taxi zu steigen und zum Flughafen zu fahren. Wir saugen die Eindrücke ein letztes Mal auf. Die Menschen, die bunten Kopftücher der Frauen, der Duft von Chapati and Beans gleich gefolgt von einer seichten Note Müll. Schon stehen wir am Schalter von Emirates, geben unser Gepäck auf und machen uns auf den Weg zum Gate. Auf zu einem neuen Kontinent, zu neuen Abenteuern, in eine neue Welt.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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