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Zugvögel

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Von Hanoi aus verschlägt es uns zwei Vögel im Zug nun stetig gen Süden. Auf einer Weltkarte sieht Vietnam vielleicht klein aus, doch wir stellen sehr schnell fest, das der Süden bei weitem nicht in einem Augenschlag erreicht werden kann. Das Land erstreckt sich über eine erstaunliche Länge von 1650 km, auch wenn es dabei stellenweise nur 50 km breit ist. Die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut und hält von Bus bis Zug alles bereit. Eine schnelle Reisegeschwindigkeit erreicht man deswegen jedoch noch lange nicht.

Wir beschließen mit der ersten Etappe erst einmal ordentlich Kilometer hinter uns zu lassen und entscheiden uns für eine Zugfahrt bis nach Zentralvietnam. Direkt in die Stadt Hoi An - Weltkulturerbe seit 1999. Die Strecke von etwa 800 km dauert mit dem Zug ganze 16 Stunden und führt direkt an der Küste zum Südchinesischen Meer entlang. Eine wunderschöne Kulisse. Es verschlägt uns in einen der von uns heißgeliebten Schlafwagen, denn nirgends purzeln 16 Stunden schneller und gemütlicher an einem vorbei. Und wieder beeindruckt uns Vietnam mit seiner Moderne. Nicht nur erwartet uns jede Menge hilfreiches und freundliches Personal am Bahnhof und stellt sicher, dass wir in den richtigen Wagon einsteigen. Das Abteil ist auch noch mit Blümchen dekoriert und die westliche Toilette mit Klopapier ausgestattet. Keine Klappermühle – auch wenn wir diese nicht minder geliebt haben – sondern ein moderner, sauberer Zug. Hut ab Vietnam!

Wir schlummern und entspannern seelig vor uns hin. Hier und da stehen wir am Fenster und staunen über Vietnams wunderschöne Küste. Weiße Strände und Palmen. Auf der anderen Seite, manchmal zum Greifen nahe, das Gebirge, welches die natürliche Grenze zu Laos ist. Als uns die Information erreicht, dass der Zug eine gaaaaanze Stunde verspätet sei, könnten wir nicht gelassener sein. Schmunzelnd erinnern wir uns an die Zugfahrt von Mombasa nach Nairobi in Kenia. Wer schon einmal über 24 Stunden für 500 km gebraucht hat, den kann so schnell nichts mehr vom Gleis werfen :) Problemlos sind andere Reisende gefunden, mit denen wir später ein Taxi teilen. Denn erst einmal angekommen, hält der Zug nicht direkt im idyllischen Hoi An, sondern in der größeren nahegelegenen Stadt Da Nang.

Wieder einmal finden wir eine tolle Unterkunft – diesbezüglich enttäuscht das Land uns wirklich selten. Zum unvorstellbaren Wucherpreis von 1€ pro Tag leihen wir Fahrräder und tauchen ein in die beinahe unwirkliche zauberhafte Altstadt. Was ist denn nun eigentlich so toll daran? Als im 17. Jahrhundert der Hafen Hoi Ans für ausländische Schiffe geöffnet wurde, begannen Scharen von chinesischen und japanischen Händler-Familien sich in diesem strategisch günstig gelegenen Ort anzusiedeln. Befreundet ist man aber natürlich trotzdem nicht, also blieben die Japaner schön auf einer Seite und die Chinesen auf der anderen Seite des Kanals der mitten durch die Altstadt fließt. Sie kamen und gingen. Natürlich ließen sich auch die Kolonie-geilen Europäer mal blicken. Was dabei herauskam ist ein wirklich ungewöhnlicher Anblick. Niedliche gelbe Häuser, Reihe um Reihe. Blumen, Cafés und Handel an jeder Ecke. Beleuchtete Bötchen im Kanal. Einfach ein schöner und sehr ungewöhnlicher Ort in Indochina. Wir genießen einige Tage hier, radeln durch die Gegend und liegen am Palmen-gesäumten Strand.

Dann geht es weiter. Mit dem Nachtbus, was gleich wieder nicht mehr so komfortabel ist, bis Nha Trang. Und weil der Reiseführer diese Stadt als riesen Partymeile lobt, verziehen wir uns von hier auch wieder sofort. Saufen, Partybutzen und Neonlichter passen uns nicht wirklich in unsere entspannte Weltenbummel-Philosophie. Eben jedem das seine. Also steigen wir gleich am Busbahnhof in den nächsten Bus bis nach Da Lat und kommen schließlich nach erneut rund 16 Stunden an. Das Bergdörfchen Da Lat ist in Vietnam besonders bekannt, für die umliegende Weinregion und all die Frischverheirateten, die hier ihre Flitterwochen verbringen. Man solle sich Erbeerfelder und Weinreben vorstellen.

Vielleicht etwas verwöhnt vom bezaubernden Hoi An, sind wir doch enttäuscht als wir im vollen, lauten, lieblosen Da Lat ankommen. Keine Erdbeeren in Sicht. Weinreben haben wir auch nicht gesehen, dafür jede Menge Drachenfrucht-Sträucher, die eher wie kümmerliche Piekse-Palmen aussehen. Alles in allem nicht was wir erwartet haben. Wir überlegen, noch einmal Mopeds zu mieten und vielleicht auch eine Mountain Bike Tour zu machen, um den umliegenden Regionen eine Chance zu geben. Wir haben doch so viel Tolles gehört, da muss ja was dran sein! Doch der Bazillus Bakterius, der in Nordvietnam noch Matthias das Geradeausfahren schwer machte, beschließt den trostlosen Anblick Da Lats mit einer Runde Schnoddernase und Gliederschmerzen zu zelebrieren. Melanie darf auch noch mal eine Runde das Bett hüten. Fällt eigetnlich nur uns auf, wie oft wir in Südostasien krank werden? Wir beschließen mehr Obst und Gemüse zu essen... Das kann ja so nicht weitergehen! Klimaanlagen abschaffen oder nicht mehr schwitzen wäre vielleicht auch eine erfolgsversprechendere Maßnahme.

Im Endeffekt bleiben wir zwei volle Tage in Da Lat, an denen es beinahe ununterbrochen regnet und wir die meißte Zeit im Zimmer vor uns hin chillern – oder in Melanies Fall vegetieren. Immerhin wird man so am schnellsten gesund und Matthias freut sich über einen „Breaking Bad“ Marathon. Im Grunde hatte Da Lat unter diesen Umständen kaum eine Chance, sich von einer guten Seite zu zeigen. Und auch wenn der Wein wirklich nicht schlecht schmeckt, so schnell werden wir hier wohl nicht wieder hinkommen wollen. Sobald Melanie sich stabil genug für eine Busfahrt fühlt, treten wir die Reise zur Küstenstadt Mui Ne an. Ziemlich zerknautscht kommen wir dort an. Denn ausgerrechnet diese Strecke ist wohl die am schlechtesten ausgebaute in ganz Vietnam. Es huckelt und ruckelt Stunde um Stunde. Dann ist der Minibus auch noch voller Raucher, die beschlossen haben, dass man bei offenem Fenster ja ruhig der Sucht nachgehen kann. Was soll man schon tun... Nach vorne blicken! Denn Mui Ne ist beinahe eine einzige Straße direkt am Strand. Matthias will hier mal wieder Kite Surfen. Melanie will in der Sonne die weißen Schienenbeine an die vom Mopedfahren gebräunten Oberschenkel anpassen. El Paradiso ist nahe!

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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