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„You will be soaked“

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Ihr werdet klitschnass sein. Mit diesen Worten warnte uns bisher jede unserer Bekanntschaften, die mit leuchtenden Augen von ihren Erlebnissen an den Victoria Falls berichtete. Das schauen wir uns heute selbst an.

Zur kurzen Einleitung: eine beste Zeit die Victoria Falls zu besichtigen gibt es eigentlich nicht. Von März bis Mai verschlägt einem der majestätische Anblick des Hochwasers den Atem und die massige Gischt regnet herunter wie ein Monsun. Hierunter fällt sowohl unser Besuch als auch die Erlebnisse der begeistert durchnässten Erzähler, die wir trafen. Während Januar, Februar und Juni bis August hat man den besten Blick auf die volle Länge der Falls bei mittelhohem Wasserstand, also weniger vulominösem Wasserfall. Während September bis Dezember ist der Wasserstand am niedrigsten, der Anblick vielleicht weniger beeindruckend, jedoch kann man auf den Victoria Falls entlanglaufen und im Devil’s Pool in einem „natürlichen Plantschbecken“ baden – Arm auf der Kante abgelegt.

Vom Dorf Victoria Falls in Zimbabwe ist es nur ein Steinwurf bis zum Eingang des Nationalparks. Dieser liegt gegenüber der eigentlichen Wasserfälle, sodass man direkt darauf blickt. Zusammen mit unserer Hostelbekanntschaft Nick, der uns am Abend zuvor mit all seinen Geschichten zu begeistern wusste, machen wir uns früh am Morgen auf den weg. Von überall her wedeln Straßenverkäufer uns bereits mit Regencapes zu, die wir dankend ablehnen. „Ihr werdet klitschnass sein“ – dann kann ein Poncho auch nicht mehr viel helfen. Doch all die Berichte bereiten uns nicht darauf vor, was wir nun wirklich zu sehen bekommen und wie nass wir wirklich werden.

Riesige Wassermassen des Zambezi River rollen auf die 1708m breite Kante zu und stürzen sich dann bis zu 107m in die Tiefe. Das macht einen ohrenbetäubenden Radau, der den Victoria Falls ihren Namen Mosi-oa-Tunya (The Smoke That Thunders) bei den Einheimischen einbrachte. Der erste von insgesamt 16 gleichmässig an der Länge der Falls verteilten Aussichtspunkte, liegt knapp hinter der Kante. Hier steht man (noch) geschützt von der hunderte Meter hoch aufpeitschenden Gischt, die sogleich wieder niderprasselt und für regenwaldartige Zustände ringsum sorgt. Wir wurden bereits gewarnt, dass hinter der neunten Aussichtsplattform kaum noch etwas zu erkennen sei, so dicht sei dort die Gischt. Umso mehr genießen wir jeden trocken bis feutchten Blick den wir kriegen können.

Schon bald bleibt die Kamera in der Tasche, der Regenschutz des Reiserucksackes kommt drüber und wir stapfen weiter und weiter, sehen dabei weniger und weniger. Von Nick haben wir uns bereits verabschiedet, einem alten Hasen ist der Anblick nach mehreren Besuchen nicht mehr genug um mit uns Ewigkeiten Mund-offen, Augen-riesen-groß und Lachend-und-Jauchzend-vor Freude immer wieder stehen zu bleiben. Schließlich (nach etwa zwei Stunden) haben auch wir uns satt gesehen und verlassen triefend den Park. Flipp-Flopps hätten es definitiv getan, denn der Nationalpark ist sehr klein und unsere Wanderschuhe, die nun bis in die letzte Ecke mit Victoria Wasser vollgesaugt sind, hätten wir hier nicht gebraucht.
Doch Simbabwe ist nur die halbe Wahrheit, eine Seite der Victoria Fälle. Und so planen wir für den nächsten Morgen die Weiterreise nach Sambia um noch ein bisschen weiter zu staunen und zu plantschen. Dabei überqueren wir wohl eine der schönsten Grenzen der Welt. Nur wenige Meter hinter dem Eingang zum Nationalpark der Victoria Falls liegt der simbabwische Grenzposten. Stempel – Ade. Nun marschieren wir zu Fuß eine Straße entlang direkt auf die Victoria Falls Bridge zu. Diese wurde 1905 über den Zambezi River kurz hinter den Victoria Falls gebaut und verbindet die simbabwische mit der sambischen Seite. Dies ist übrigens auch die Brücke, von der sich wackere Bungee Jumper stürzen und 2012 eine Frau wie durch ein Wunder nur sehr leicht verletzt überlebte, als das Seil riss und sie „einfach“ in den Zambezi platschte. Wahrscheinlich nicht zuletzt auch wegen des niedrigen Wasserstandes während der Zeit. Seit dem muss sich einiges geändert haben, denn heute springen wieder Menschen fröhlich und kreischend hinunter. Kurz hinter der Brücke erwartet uns der sambische Grenzposten. Stempel – Tag auch!

In Sambia finden wir im wirklich schönen Fawlty Towers Hostel in Livingstone Unterschlupf, sozusagen das sambische Equivalent des Dorfes Victoria Falls, wenn auch etwas weiter entfernt. Gleich am nächsten Morgen machen wir uns wieder auf den Weg zu den Falls, Matthias diesmal direkt in Badehose und so sieht er aus als wenn er im Freibadparadies rumlaufen würde. Auf der sambischen Seite stehen wir praktisch von der ersten Minute an in der herunterprasselnden Gischt. Der davon erzeugte Wind bläst ordentlich und so erhaschen wir kurze Momente, in denen die Gischt weggeblasen und der Blick auf die Falls frei ist. Eine kleine Hängebrücke über den Zambezi weckt das Abenteuer-Pur Gefühl. Im peitschenden Regen fließt hier so stetig Wasser entlang, dass sich kleine Algen bilden. Es lohnt sich wirklich von beiden Seiten die Victoria Falls zu besuchen, wenn man so auch auf Eintrittspreise von insgesamt 50 US Dollar pro nasser Nase kommt. Die Anblicke sind so unterschiedlich und durch die Erfahrung als Gesamtes beginnt man erst die Wassermassen, die Breite und die Länge des Wasserfalles wirklich zu begreifen.

Bei Hochwasser mag die Sicht an vielen Stellen erschwert sein, man mag klitsch nass bis auf die Unterhose sein, aber nichts ist vergleichbar mit dem Anblick von Wasser Wasser Wasser, wie es sich in die Tiefe stürzt, in die Höhe aufbraust und wie Regen herunter prasselt. Es ist wirklich ein Weltwunder, wie man hier als Minimensch steht und einfach nur über die Naturgewalt staunt. Und wer klug ist, nimmt sich gleich noch ein Duschgel mit und genießt eine der Druck-stärksten Duschen des südlichen Afrikas.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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