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Wie Tiger und Bär nach Panama reisen

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Die USA haben wir hinter uns gelassen. Zentral- und Südamerika liegen vor uns. Mit ordentlich Vorfreude schauen wir den Abenteuern entgegen, die uns dort erwarten...

Mitten in der Nacht landet unser Flieger aus New Orleans in San José, Costa Rica. Zum Glück haben wir im Vorhinein ein tolles Guesthouse gefunden, dass uns selbst zu so früher Stunde noch einen Shuttle Service organisiert. Die Nacht müssen wir nicht einmal bezahlen. Das klingt doch fast schon unwirklich gastfreundlich. Ist es auch. Der Nachtwart, ein gewitzter Fiesling, verlangt spontan Geld für eine Nacht mehr und macht klar, uns sonst auf die Straße zu setzen. Nicht gewillt Englisch zu sprechen, wenn er auch alles Englische zu verstehen scheint, fordert er Melanie heraus, ihr veraltetes Spanisch von vor fünf Jahren auszupacken. Das klappt zwar besser als gedacht, richtig glücklich macht das Ergebnis aber auch nicht. Wir zahlen also brav und torkeln schlaftrunken in unser Bettchen. Erst am nächsten Morgen klärt man uns überfreundlich auf, dass wir doch auf der Couch hätten schlafen können. Also noch mal im Klartext: Schluss mit zuvorkommendem Kundenservice der USA – Willkommen zurück in der Welt der Halunken. Augen auf und nicht unterkriegen lassen!

San José selbst können wir nicht viel abgewinnen. Nach etwa zwei Stunden des Herumlaufens haben wir das Gefühl, „alles gesehen zu haben“. Das Spannendste war dabei die Frage, warum wohl Polen dem Nationaltheater eine Chopin-Büste geschenkt hat... Eine schöne, belebte Markthallte gibt es aber mitten im Zentrum und dort ist es Zeit für unsere erste Ceviche. Dieses Gericht aus rohem Fisch, eingelegt in Zitronensaft, mit jeder Menge Zwiebeln, Tomaten und einigen Kräutern, wird uns noch auf dem Rest unserer Reise begleiten. Aus ihrer Zeit in Ecuador, hat Melanie es noch gut in Erinnerung und so steht es ganz oben auf unserer Liste lokaler Fressalien. Mit Zitro-Power, die das Zahnfleisch prickeln lässt, werden wir nicht enttäuscht und löschen mit costa-ricanischem Kaffee ab. So versöhnen wir uns doch noch mit dem hässlichen Entlein, San José. Wir sehen aber zu, dass wir am nächsten Tag schleunigst davonkommen :-)

Eine ordentlich kurvige Busfahrt bringt uns nach La Fortuna. „Die Glückliche“ verdankt ihren Namen einem Ausbruch des Arenal Vulkans im Jahr 1968, bei dem der Osten völlig verwüstet, die im Westen gelegene Stadt jedoch verschont wurde. Bis vor wenigen Jahren konnte man von weither einen kleinen stetigen Lavastrom erkennen, der den Vulkan herunterläuft. Seit 2010 ging die Aktivität jedoch stetig herunter, sodass man heute das Gefühl bekommt, hier wird Geld mit Luft und Liebe gemacht. Denn Vieles in La Fortuna dreht sich um den Vulkan und war vor wenigen Jahren bestimmt sehr spannend und eben auch anschaulich. Heute bleibt der Arenal zwar immer noch aktiv, aber irgendwie... unspektakulär. Auf öffentlichen Verkehr kann man nicht hoffen, der ist wohl den tausenden geführten Touren gewichen. Keine Chance, auf eigene Faust ein wenig zu wandern, es sei denn man hat ein Auto gemietet – was dank amerikanischem Einfluss ganz schön viele Reisende hier machen. Und dann regnet es auch noch aus kübeln. Dabei vergeht uns irgenwie die Lust. Wir lassen den Tag ruhig angehen, ergötzen uns an ordentlichen Portionen Reis, Bohnen, Patacones (flache Stücke fritierter Kochbanane) mit Huhn oder Fisch. Ein Touriangebot lassen wir uns aber nicht entgehen: die heißen Quellen. Neben jeder Menge Hotelanlagen gibt es tatsächlich auch eine frei zugängliche Natur-Badewanne, aufgewärmt vom Vulkan höchst persönlich. Und zu der bringt uns ein günstiger Shuttle Service inklusive Kerzenschein und Mischgetränk. So kann man es doch aushalten :-).

Ehe wir uns versehen, sitzen wir schon wieder im Bus. Auf dem Weg in den Süden, auf dem Weg nach Panama. Etwas wehmütig, denn viel Zeit lassen wir uns wirklich nicht für Costa Rica. Doch alles hat ein Ende und um unsere Weltreise entspannt und langsam in Peru ausklingen zu lassen, müssen wir nun eben etwas aufs Gas treten. Zurück über San José düsen wir an die Karibikküste, nach Puerto Viejo, nahe der Grenze zu Panama. Auch hier kommen wir nicht so richtig in Zentralamerika-Laune (was auch immer das sein mag). Irgendwie ist alles zu touristisch. Hostel an Hostel, die Preise sind ganz schön hoch und der costa-ricanische Flair verschwindet zwischen italienischen Restaurants und grölenden Backpackern. Trotz Nähe zum Meer und dem Namen einer Hafenstadt, ist hier selbst der Fisch überteuert.

Ja da kann man wirklich die Lust verlieren. Muss man aber nicht. Wir steigen um auf Selbstverflegung, gehen in ein (zum Glück recht leeres) Hostel, dass Stange an Stange stehende Zelte vermietet und leihen uns ein Fahrrad. So finden wir schließlich unseren ersten Karibik-Traumstand. Weißer Sand, klares Wasser, pudelwarm und einfach idyllisch zwischen all den Palmen. Mit dem Duft von Meerwasser in der Nase und den letzten Minuten unseres fesselnden Hörbuches „Herr aller Dinge“, schlummern wir schließlich sehr friedlich in unserem Zelt ein. Wir sind endlich mit Körper und Geist angekommen. Wenn auch zu spät für Costa Rica, dann aber just in time für Panama.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
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Literatur & Filme

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Webseiten

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