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Wanderlust

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Den Beton und die Enge der Großstädte hinter uns lassend, lernen wir gemeinsam mit Sabrina und James eine völlig andere Seite der USA kennen. Wo nichts höher ragt, als Bäume und Berge. Wo die Luft nach Tannennadeln und Frische duftet. Man nennt ihn einen der Schönsten. Der Yosemite Nationalpark.

Für US-amerikanische Verhältnisse ist es nur ein Katzensprung. Etwa vier Stunden dauert die Fahrt von San Francisco zum Yosemite Nationalpark im Osten Kaliforniens. Vorausgesetzt natürlich, die völlig willkürliche, scheinbar regelfreie Fahrweise der Amis in ihren super super super SUVs, RVs, Minitrucks und Riesenwohnwagen versetzt einen nicht in regelrechte Schnappatmung und zwingt zum Tief-Luftholen am Straßenrand. Wir wählen den Kalorien-treuen Weg zur Nervenberuhigung  und pausieren beim „Black Bear“, einer Diner-Kette. In schnuckeligem Schwarzwald-Ambiente wählt man hier von der Menükarte im Look einer Tageszeitung und sieht sich der Herrausforderung gegenüber, wahrlich schmackhafte Bärenportionen zu vertilgen. Ahnend, dass unser Pakt, immer nur eine kleine Portion zu bestellen, hier zwecklos ist, teilen wir uns einen Burger – und sind wie immer prächtig bedient. Zuerst zaghaft, haben sich auch Sabrina und James mittlerweile unserer Theorie der kleinen Portionen angepasst. Der Erfolg lässt sich mit unseren dekadenten europäischen Mägen eben nicht leugnen. :)

Kurze Zeit später erreichen wir unsere Unterkunft einige Meilen außerhalb des Yosemite Parks. Das „Yosemite Bug Rustic Mountain Resort“ – eigenartiger Name für eine wirklich urige irisch geführte Anlage, mit Holzhütten, kuscheligen Betten und einer Sauna, durch die sich der Titel „Resort“ durchaus rechtfertigt. Mit der unschlagbaren Logik, dass Amerika schon genug vor sich hin fritiert, gibt es im hiesigen Restaurant statt Pommes lieber selbstgemachten Kartoffelsalat und jede Menge Angebote für den vegetarischen und veganen Gaumen. Auch wenn Letzteres uns nicht zwangsweise anspricht, ist es doch schön, mal wieder etwas mehr Bewusstsein beim Essen zu verspüren. Das bisherige Highlight amerikanischen Nahrungsbewusstseins war schließlich eine von uns belauschte Diskussion im Walmart, ob nicht die Dosensuppe mit Pilzen am gesündesten sei.

Auch die Küche zur Selbstversorgung kommt uns gelegen. Am nächsten Morgen, in aller Frühe, schmieren wir Bagel, schnippeln Paprika und Möhren, kochen Eier und zählen Müsliriegel ab. Dann geht es los in die umwerfend schöne Natur des Yosemite. Etwas überrascht von den doch sehr kühlen Temperaturen des Nachts und am Morgen, schlottern wir ein wenig auf den ersten steilen Meilen. Doch die Wanderlust siegt problemlos, in den Schuhen läuft es sich fast wie von selbst und ehe wir uns versehen, haben wir die erste Etappe unserer geplanten 14 Meilen auf den Glacier Point geschafft. Und sehen uns dem überwältigenden Ausblick auf das Yosemite Valley gegenüber.

Von hier, wo man trotz der Höhe und des in die Ferne gerichteten Blickes die Grenzen des Parks nicht einmal erahnen kann, bekommt man ein Gefühl für die Weiten und gigantischen Regionen der USA. Still und heimlich wächste eine Ahnung in uns, dass eben diese umwerfenden Landstriche eine ungeahnte Liebe zu den USA in uns schüren könnten. Nicht die großen Städte. Nicht der American Way of Life. Sondern diese wunderschöne, beinahe unberührte Natur. In der Man die Zivilisation und die Burger vergisst. Insgesamt gibt es ganze 390 solcher Nationalparks. In der Wüste, in den Bergen und Tälern. Unglaublich, was es hier alles zu entdecken gibt.

Unsere Körper halten mit dem ambitionierten 14-Meilen-Plan mit. Bergauf und bergab und wieder auf und ab. Nur Melanies Knie protestieren gegen Ende. Zusammen mit anderen Leidensgenossen, die sich zugegebenermaßen zur Generation ü50 zählen lassen, ist sie jedoch mit der überzeugenden Taktik des Rückwärtslaufens fixer unten, als zuerst angenommen. Einige Belohnungs-Bier später fallen wir in die Betten unseres Zimmers und schlummern den seeligen Schlaf der körperlich Erschöpften.

Dann ist er plötzlich da. Der letzte Tag, bevor sich unsere Wege nach elf gemeinsamen Tagen wieder trennen. Bevor Sabrina und James den Rückweg nach L.A. antreten, um von dort nach Hause zu fliegen. Wir aktivieren die prickelnden Muskeln bei einem kleinen Spaziergang, knabbern Möhrchen in der Sonne am Flussufer, schnattern die Zeit in der Sauna und im Whirlpool hinweg. Es ist ein wirklich schöner letzter Tag. Es war eine wirklich schöne gemeinsame Zeit. Wertvoll, nicht nur weil uns auf der Weltreise ein Stück Heimat begleitet hat, sondern auch weil es viel zu selten ist, dass man intensiv Zeit mit seiner Familie verbringt.

Als wir am nächsten Morgen hinterm Bug Resort nach links abbiegen und die anderen beiden nach rechts – dramatischer hätte man die Routen in der Tat nicht planen können – begleiten sie uns noch eine ganze Weile in unseren Gedanken und Gesprächen. Unvergessliche Erinnerungen, die wir zusammen erlebt haben, schwirren uns im Kopf und machen uns wieder Laune auf mehr. Wir haben das unbeschreibliche Glück, uns trotz dieses Abschiedes immer noch in aller bester Reisebegleitung zu befinden. Wir haben einander. Und miteinander werden wir noch viel erleben.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
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