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Ho Chi Minh Stadt oder Saigon?

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Nach einigen wunderbaren Tagen in Mui Ne – zwar verregnet und mit zu starkem Wellengang zum Kite Surfen, jedoch in königlicher Unterkunft direkt am Meer, mit grandiosem Essen, einer lustigen Roller-Tour zu beeindruckenden Sanddünen und einer tollen weiteren Reisebakanntschaft aus Wuppertal – erreichen wir unsere letzte Station in Vietnam: Ho Chi Minh Stadt. Oder oder sagt man Saigon?

So weit Nord- und Südvietnam auseinander liegen, so unterschiedlich sind die beiden Großstädte Hanoi und Ho Chi Minh Stadt. Dominiert in Hanoi der Eindruck ehrwürdiger Politik und schicker Altstadt, boomt in Ho Chi Minh Stadt sozusagen Sex, Drugs and Rock`n Roll. Oder um es etwas anzupassen: Ladyboys, Bier und Popmusik. Nichts desto trotz, der Unterschied zwischen den Städten ist deutlich. Und eigentlich ist das sehr charmant und ein weiterer Grund auf unserer immer länger werdenden Liste von Gründen, warum wir Vietnam lieben.

Ohne Probleme kann man Tag um Tag durch Ho Chi Minh Stadt laufen, sich immer aufs neue verlieren, immer neue Museen, Kirchen, teure Einkaufszentren und billige Fake-Markets entdecken. Irgendwie bleibt immer alles fußläufig, egal wie viele Abbiegungen man nimmt und wie lange man unterwegs zu sein scheint. Überall ist etwas los. Überall werden wir angezogen. Von Märkten, von Bier auf Plastikstühlen, von jeder Menge Gaumenschmaus. Hach wie ist das Leben schön, wenn man ewig schlendert. Das nächste „Hey Miss“, „Want to buy?“, „Noodles $1“ und „cheap cheap“ niemals fern. Vor allem bei den Sonnenbrillen schlagen wir großzügig zu. Wir haben ja wohl noch einige Monate Sonne vor uns! :)

Bei soviel Vergnügungskultur wird es auch mal wieder Zeit für ein wenig Anstand und Bildung. Auf den Spuren des allgegenwärtigen Ho Chi Minh – jaha das war nämlich ein Mensch! – besuchen wir ein Museum zu seiner Person. Klüger werden wir dort allerdings nicht, denn es gibt nur jede Menge Fotos zu bestaunen. Alle Schilder mit konkreteren Erläuterungen sind auf Vietnamesisch. Naja, nicht lang zagen, Wikipedia fragen! Um es kurz zu fassen, engagierte der 1890 geborene Ho Chi Minh sich außergwöhnlich stark für die Unabhängigkeit Vietnams (die am 2. September 1945 schließlich ausgerufen wurde) und die Befreiung von jeglicher Kolonialherrschaft. Vom Revolutionär wurde er schließlich zum Präsidenten und blieb es bis zu seinem Tode 1969.

Die Ehre die ihm noch heute zuteil wird erinnert stark an die Liebe der Südafrikaner zu Nelson Mandela. So ist es kaum verwunderlich, dass nach der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam 1976, die frühere Hauptstadt des Südens Saigon umbenannt wurde zu Ho Chi Minh Stadt. Bis heute bleiben es zwei Namen für eine Stadt. Das eigene Bier, heißt nach wie vor das Saigon Bier. Auch im Gespräch mit Einheimischen werden beide Namen wild durcheinander gemischt. Auf der einen Seite also reine Formalität. Auf der anderen Seite eine sehr schöne Würdigung für einen Menschen, der seinem Volk sehr viel bedeutet hat. Und dessen Gesicht einem übrigens von jedem Dong Schein und zahllosen Statuen zulächelt.

Um die Nase noch ein bisschen tiefer in die Geschichte Vietnams zu stecken, lassen wir uns auch zu einer der vielen angebotenen Touren hinreißen: einem Trip zu den Tunneln unter Co Chi. Während des Vietnamkrieges von ca. 1955 bis 1975, entstand hier ein etwa 150 km langes Tunnelsystem auf drei Etagen, das bis zu 10 m in die Tiefe reicht. Mit wirklich beeinduckender Strategie und Nutzung des Tunnelsystems zur Organisierung der Angriffe und als Versteck für Mensch und Waffen, schafften die Vietcong („Vietnamesische Kommunisten“) das scheinbar Unmögliche. Amerika kapitulierte. Der Stolz darüber steht Vietnam noch heute ins Gesicht geschrieben.

Mit leichter Klaustrophobie krabbeln wir durch einen – für Westler bereits extra ausgeweiteten – Teil der Tunnelsystems. Nach Belieben kann man einen Ausgang nach 20 m, 40 m oder 100 m wählen. Mit leichter Schnappatmung zieht Matthias in unangenehm gebückter Haltung den ersten Ausgang vor. Melanies platzsparendere Größe gäbe einige Meter mehr deutlich her... Aber gut, wenn es sein muss dann verlassen wir eben schon nach 20 m wieder diesen engen, stickigen Gruselgang. Des Weiteren bekommen wir einige der gruseligen Fallen zu sehen. Es wird einem beim Anblick der vielen mit Bambusspitzen gesäumten Fallgruben und Walzen schon etwas mulmig. Fleisch am Spieß garantiert!

Und dann geht plötzlich wieder ein Kapitel unser ganz eigenen Geschichte zu Ende. Der letzte Tag in Ho Chi Minh Stadt bricht an. Der letzte Tag in Vietnam. Und damit auch der letzte Tag in Asien. Gleichzeitig ist auch bereits über die Hälfte unserer Weltreise vorbei – oder liegen nicht einfach noch Monate des Reisens vor uns? Es kommt uns vor wie eine halbe Ewigkeit, seit wir uns in Kenia ins Taxi setzten und schließlich das Flugzeug nach Indien abhob. Wir haben so viel erlebt. Haben die Gaumenschmäuse Asiens genossen. Waren auf Bergen, in Dschungeln, auf Flüssen und in Meeren. In Metropolen und in Dörfern. Fuhren mit dem Zug, mit dem Bus oder selbst mit Motorrad, Moped und Roller. So viele Erfahrungen. So viel Leben. Manchmal können wir unser Glück kaum fassen. Niemals bereuen wir unsere Entscheidung, diese Reise angetreten zu haben. Vielmehr genießen wir sie von Tag zu Tag immer ein bisschen mehr.

Nun geht es in die USA. Ein für uns völlig unbekannter Teil dieser Erde. Und wie könnte man sich besser Akklimatisieren als auf Hawaii :-) Aloha, wir kommen!!

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
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Literatur & Filme

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Kampf um knappe Ressourcen

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Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

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