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Oh wie schön ist Panama...

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Nachdem wir uns durch eine ordentliche Portion der Busfahrerei gequält haben, kommen wir endlich in Panama City an. Vieles haben wir dabei in Panama übersprungen. Doch das war es wert, um mehr Zeit in der Hauptstadt und ihrer Umgebung verbringen zu können.

Insgesamt sind wir etwa 24 Stunden durch Nord- und Zentralpanama gefahren um Kilometer gut zu machen und uns Richtung Kolumbien vorzupirschen. Wir haben einiges für Südamerika geplant, gleichzeitig rennt uns zum Ende unserer Reise aber auch die Zeit davon. Wir haben also einige Abstriche gemacht. Umso wichtiger, die Busfahrten bei Tag zu unternehmen und wenigstens einen Eindruck vom Land zu gewinnen. Und oh wie schön ist Panama. So viel Grün, umrandet von so viel Blau. Etwa ein Drittel des gesamten Landes besteht aus Nationalparks und Naturschutzgebieten, im Norden bruzzelt man unter Palmen an der Karibikküste und im Süden wartet die Frische des Pazifik. Jede Menge umwerfende Landschaften und wirklich erfreuliche Einblicke in das vergleichsweise wohlhabende Leben auf dem Land. Dann erreichen wir die Hauptstadt.

Unsicher, was genau wir eigentlich erwartet hatten, haut uns Panama City völlig von den Socken. Eine wunderschöne Altstadt, die zum ewigen Bummeln einläd. Downtown mit einer Skyline, die sich im internationalen Vergleich wirklich sehen lassen kann und dabei europäische Metropolen in den Schatten stellt. An jeder Ecke Märkte, Fischstände, Kaffeebuden. Das Leben frohlockt auf den Straßen – was will man mehr? Panama geht es wirklich gut und das liegt wohl zu einem großen Teil am Panamakanal.

Noch im 19. Jahrhundert versuchen zuerst die Franzosen das absolut verrückte Unterfangen, einen künstlichen Kanal anzulegen, der Pazifik und Karibik verbindet und somit tausende von Seemeilen des Umfahrens unnötig macht. Sie scheitern kläglich an der Größe und den Kosten des Projektes. Lassen eine Wüste aus Gruben und alten Baumaterialien zurück. Währenddessen ringt Panama um seine Unabhängigkeit von Kolumbien und finden schließlich 1903 in den USA seinen großen Retter. Im Gegenzug für ihre Unterstützung und ihren Schutz erwarten sie nur eines: das etwa 16 km breite und 80 km lange Gebiet, in dem der Panamakanal entstehen und vollständig den USA gehören soll. Der Besetzter Kolumbien willigt gezwungenermaßen ein und Panama wird erneut unabhängig. Der Deal steht.

Die Bauarbeiten, unter der Leitung der US Army, beginnen sofort und werden mit einigen Hochs und Tiefs während der kommenden elf Jahre zu einem Mammutprojekt. Im Prinzip müssen zwei Kanäle ausgehoben werden, die die Küsten mit dem Gatun See verbinden. Gleichzeitig braucht es Schleusen, um die Höhe zwischen Meeresspiegel und dem See zu überbrücken. Ganze 26 Höhenmeter. Kein Zuckerschlecken, doch im August 1914 wird der 77 km lange Kanal schließlich offiziell geöffnet und von den USA in Betrieb genommen.

Die Kosten für eine Durchquerung berechnen sich je nach Fahrzeugtyp, -größe und Art der Ladung und dauert etwa acht bis zehn Stunden. Im Schnitt zahlen Schiffe etwa 54.000 USD. Das lohnt sich, wenn man bedenkt, den Südamerikanischen Kontinent nicht umfahren zu müssen. Der bisher höchste Betrag von 220.300 USD wurde 2006 bezahlt, um eine Schlange von 90 Schiffen überspringen zu dürfen und somit eine Verspätung von sieben Tagen zu vermeiden. Die günstigste Gebühr zahlte Richard Halliburton im Jahr 1928. Für nur 36 Cent durfte er den Kanal durchschwimmen. Nach langer Überlegung haben wir beschlossen unser Budget zu schonen und es ihm nicht nachzumachen.  :-)

Ein lukratives Geschäft ist der Panama Kanal in jeden Fall. Kein Wunder, dass die USA es nicht ewig für sich in Anspruch nehmen konnten. Um 1960 herum wurden die Proteste in Panama immer lauter. Schließlich erregte ein gewalttätig endender Studentenprotest jede Menge Aufsehen und brachte die Wende. Panama und die USA traten in Verhandlung und unterschrieben im Jahr 1974 (endlich) den Torrijos-Carter Vertrag – benannt nach den ehrenwerten zur Signatur gebetenen Präsidenten der beiden Länder. Es folgte eine schrittweise Übergabe, die 1999 mit der kompletten Betreibung duch Panama vollendet wurde. Die Goldkatze im Sack, gibt Panama wirklich sein Allerbestes. Man sieht förmlich, wie das Land floriert.

Es ist erfrischend, mal ein (Entwicklungs-)land zu sehen, dass nicht völlig von Korruption zerfressen seine Menschen und Ressourcen ausbeutet. Dieses Land nutzt sein Potential. Die Schleuse nahe Panama City ist mit einem erste Klasse Museum ausgestattet, zugänglich für jeden neugierigen Touri oder Einheimischen, der sich am Anblick hautnah passierender Riesencontainer erfreuen kann. Eine Erweiterung des Kanals für größere Schiffe wurde per Volksabstimmung beschlossen. Haut einen so viel Mitbestimmungsrecht nicht vom Hocker? Wir sind fasziniert. Begeistert von diesem Land, dass man definitiv im Auge behalten sollte.

Der sparsame Welttronaut in uns wünschte dennoch, dass sich der Wohlstand nicht allzu sehr in Hostelpreisen niderschlagen würde. Ein kleiner Ausflug aufs günstige Land versöhnt uns ein wenig. Und eine Wanderung entlang der „schlafenden Indianerin“, einer Hügelkette, die tatsächlich wie ebendiese aussieht ebenfalls. Oh wie schön ist Panama... Auch wenn wir nur wenige Tage hier verbringen, hat dieses Land in Lichtgeschwindigkeit unser Interesse geweckt. Doch noch während wir planen, eines Tages wiederzukommen, steigt die Vorfreude auf unser nächstes großes Abenteuer.

Unsere Überfahrt nach Kolumbien werden wir auf einem Segelschiff bestreiten. Mit Zwischenstopps auf den paradiesischen Karibikinseln San Blas und einer zweitägigen Überfahrt auf offenem Meer. Ahoi, Matrose! Wir kommen an Bord!

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

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Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

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