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Kaffee und Kuchen

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Sie könnten nicht unterschiedlicher sein: das große, laute Bogota und die versteckte, ruhige Kafferegion um Salento. Für uns haben sie aber etwas wichtiges gemein: Jede Menge Kaffee-Geschlürfe und Kuchen-Gemümmel.

Wir haben im Vornherein viel Positives über Bogota gelesen und freuen uns auf eine vor Kultur summende Stadt, geschmückt von Streetart und gefüllt mit Fahrrädern, für die Sonntags ganze Hauptverkehrsstraßen gesperrt werden. Und alles in luftiger Höhe auf 2600. Nach einer eher mühsamen Nachtfahrt haben wir dann aber doch das Gefühl uns den Schlaf nicht ganz aus den Augen gerieben zu haben. Der Taxifahrer versucht gleich mal aus einem Platten einen Gewinn zu schlagen und holt selbst die Polizei heran um Gerrechtigkeit gegen diese dreisten vier Ausländer zu ersiegen – woran er mangels gesunden Menschenverstandes leider scheitert. Man muss ihm allerdings lassen, dass er seine versteckten Englischkentnisse für den theatralisch wirkungsvollsten Moment aufgespart hat: als er uns im Wegfahren als Diebe beschimpft. Nun ja, willkommen in der Großstadt.

Es erweist sich als mühsam, in der Altstadt Bogotas eine Unterkunft zu finden. Vor allem da wir nun nach zwei Doppelzimmern suchen und viele Hostels sich eben doch auf Schlafsäle spezialisieren. Zu guter letzt finden wir aber ein niedliches Hostel-Duo, geführt von Mutter und Sohn. Nach einer beinahe zwanzig-minütigen Einführung in den Stadtplan haben wir mehr Aktivitäten auf der To-Do-Liste als machbar sind. Also erst mal entspannt frühstücken :-)

Dann machen wir uns auf den Weg Bogota zu erkunden. Statt Fahrradlust und Graffitiliebe dominieren erst mal die Abgase und Plattenbauten. So richtig Charme kommt nicht herüber. Dank des umfassenden Vortrages „Bogota für Dummies“ im Hostel, wissen wir jedoch um die verborgenen Schätze. Zum Beispiel einen großen wöchentlichen Flohmarkt. Dort entdecken wir durch ein Getümmel aufgeregter Senioren einen Verkaufsstand mit André Rieu im Fernsehen am laufen – es ist doch immer wieder schön, den positiven deutschen Einfluss im Ausland zu erleben :-) Entlang der Fußgängerzone entdecken wir Kreidekünstler, die die Straßen schmücken und Schachtourniere auf dem Gehweg, bei dem an beinahe fünfzehn Schachbrettern die Alten den Jungen zeigen, wo der Hammer hängt. Manchmal auch andersherum.

Schließlich finden wir sie. Die Eine. Die Wunderbare. Unsere große Liebe in Bogota: eine Patisserie. Ein Paradies aus Croissants, Küchlein und Gebäck. Behaltet eure Tische und Stühle, wir machen uns über den Straßenverkauf her und kehren während der nächsten zwei Tage noch oft hier ein. Der heranwachsende Konditorei-Bonuskarten-Senior in uns jauchzt im Angesicht dieser Leckereien!
Das vielseits angeprisene Museo del Oro (Goldmuseum) erweist sich als wirklich trocken, es sei denn, man hat noch nie in seinem Leben Gold gesehen und kann sich über Farb und Form der 1001 Ausstellungstücke begeistern. Dafür ist die kostenlose Stadtführung des Touristenbüros wirklich informativ, wenn die gute Dame mit den Jahreszahlen auch etwas Lotto zu spielen scheint. Man erfährt so einiges über die Bauten der Altstadt, das Leben in Bogota und auch die hiesigen Spezialitäten. Damit es auch ja nicht langweilig wird, spielt Melanie zwischendurch eine spontane Runde Versteck und verliert während des Fotoschießens die Gruppe. Der Suchtrupp hat sich allerdings schnell organisiert und schließlich fängt Kyle die Ausreißerin wieder ein. Alle wieder wach und Matthias erholt sich schnell von dem gruseligen Gefühl nach neun Monaten konstanten Zusammenseins, für etwa fünfzehn Minuten wirklich nicht gewusst zu haben, wo seine Liebste sich aufhält. Zu hohes Herzinfarktrisiko.

Nach drei Tagen wird es Zeit weiterzufahren. Kyle und Carmen haben immer noch die selbe Route wir wir und mittlerweile kann man wohl sagen, dass aus Reisebekannten Freunde geworden sind. Eine Taxifahrt im Rausche der Geschwindigkeit und ein bühnenreifes Schauspiel unsererseits führt dazu, dass wir mit ordentlich reduzierten Bustickets, anderthalb Stunden Wartezeit und Bier am Busbahnhof sitzen und uns bei einer Runde Tabu/Pantomime (das „Paper-game“) vor Lachen kaum noch auf den Stühlen halten können.

Am nächsten Morgen kommen wir ordentlich verknautscht weiter südlich in Salento an. Mitten in der Kaffeeregion. Carmen hat bereits eine tolle Unterkunft für uns gefunden und nach einem Nikerchen starten wir in den Tag – ihren Geburtstag. Ein Besuch beim kleinen Kaffeebauern, ein Marsch durch die Plantagen und Landschaften, die teilweise an Kuhwiesen in den Alpen erinnern. Will man wirklich guten kolumbianischen Kaffee trinken, schaut man wohl besser ins europäische Supermarktregal. Dennoch lässt sich der Charme dieser Region nicht leugnen. Auch Salento ist vielleicht etwas arg für Touristen hergemacht, jedoch für mindestens so viele kolumbianische, wie ausländische Touristen. Man erfreut sich eben an dem hübschen Örtchen. Für ein ordentliches Geburtstagsessen sucht Kyle seiner Liebsten ein niedliches Restaurant heraus und auch wir dürfen mitkommen. Der Restaurantbesitzer fährt ordentlich auf, mit Luftballons, Kaffee-Cocktail und Kuchenstück für Carmen – alles aufs Haus für das Geburtsagskind. Das Essen ist ein wirklicher Schmaus – zehn von zehn Punkten!!

Am nächsten Tag machen wir uns auf ins wilde Gestrüpp des Cocora valleys (Bosques de Cocora). Besonders wild wird es hier, da wirklich alles durcheinander wächst – ohne dabei Dschungel zu sein. Man sagt, dass hier die höchsten Palmen (Quindio-Wachspalme) stehen. Der national Baum Kolumbiens sieht teilweise wirklich lustig aus, den sie ragen nur so aus dem Wald hervor. Ein Stück besteht gar nur aus diesen Riesenpalmen und soll einen tollen Anblick hergeben. Ob dicker fetter Nebel, oder tief hängende Wolken... ganz sicher sind wir nicht, was uns die Sicht nach Stunden des Bergaufkrackselns versperrt hat. Sehen konnten wir leider nichts. Herr Google hat aber schöne Bilder parat :-)

Mit brennenden Waden und dem wohligen Geschmack eines Gebäcks, dass wir Snickers-Ball nennen (zwei Teighalbkugeln, mit Karamell in der Mitte, umhüllt von einem Milchüberzug und Nüssen – mjami) und als Reiseproviant genießen, beenden wir die Wanderung. Leider ohne den Anblick eines Waldes aus Riesenpalmen, dafür mit ulkigen Eindrücken auf einer Kolibrifarm und jeder Menge Platz für Abendessen. Per Anhalter fahren wir vom Park zurück nach Salento und erfahren von einem jungen Paar so allerhand über Weihnachten in Kolumbien. Zum Blogpost.

Schließlich wird es Zeit, sich zu trennen. Wir fühlen uns so wohl in Salento, dass wir noch einen entspannten Ruhetag hier verbringen wollen. Kyle und Carmen zieht es nach Ecuador. Sie wollen so schnell wir möglich, die anstehenden Endlosfahrten bis zur Grenze, die leider nicht mehr über Nacht machbar sind, hinter sich bringen. Und so sagen wir Adé. Aber nich wirklich. Wir planen uns in Ecuador noch einmal wieder zu sehen und auch darüber hinaus, werden unsere Wege sich wohl noch kreuzen. Zumindest einmal, wenn die beiden auf ihrer Weltreise nach Europa kommen. Es ist kein Moment um traurig zu sein, sondern einer, um sich sehr glücklich zu schätzen. Man trifft viele Menschen, während man umher reist. Aber Freunde, nur wenn man wirklich Glück hat. Wir hatten immenses Glück :-)

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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