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Es weihnachtet sehr

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Mittlerweile ist Dezember. Von Daheim erhalten wir kalte Wetteranekdoten, Bilder vom ersten Schnee und der Eröffnung der Weihnachtsmärkte, genüssliche Berichte von Glühwein und Bratwurst. Heimweh kann man bei dieser Vorstellung nicht ganz abstreiten. Unsere Mitmenschen in Kolumbien können der Idee von Fleisch in Pelle und heissem Rotwein allerdings nicht sehr viel abgewinnen. In der Tat. Hier gibt es andere Traditionen in der Weihnachtszeit zu entdecken.

In Kolumbien sind ca. 90% der Einwohner römisch-katholisch, d.h. selbstverständlich ist die Geburt des Jesus Kindes auch hier einer der wichtigsten Feiertage im Jahr. Nebst all des Reisens, zwischen Hostels und Sightseeing entdecken wir beinahe zufällig ihre weihnachtlichen Gebräuche.

Die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ist bei den Kolumbianern groß. Die erste Dekoration wird bereits im November aus dem Keller geholt und nicht selten steht der Weihnachtsbaum volle drei Monate im Wohnzimmer, bis Ende Januar. Auch auf öffentlichen Plätzen und in Einkaufszentren darf ein sehr ausdrucksstarker künstlicher Weihnachtsbaum auf keinem Fall fehlen. Zusätzlich zur leuchtenden und blinkenden Tanne wird viel Wert auf ein Lichterspektakel jeglicher Form  gelegt. Die wahrscheinlich pompöseste Lichterinstallation erleben wir zur Eröffnung der Lichterfestes am 29. November in der Stadt Medellín, dem Heimatort des ehemals reichsten und mächtigsten Drogenbosses der Welt – Pablo Escobar.  Strahlende Lichterfiguren auf einem Meer von Lampen erstrecken sich entlang des Medellín Flusses und durch die Straßen bis hinein ins Stadtzentrum.

Weiter südlich auf unserer Weitereise in Popayán erleben wir, wie Kolumbien traditionell den katholischen Tag der unbefleckte Empfängnis (08. Dezember) feiert. Am Vorabend dieses denkwürdigen Tages feiert Zentral- und Südkolumbien die „Nacht der Kerzen“. Überall werden Kerzen aufgestellt und zum Sonnenuntergang entzündet. In Popayán erleben wir die Altstadt in einem grossen Kerzenmeer. Jede Familie bestückt ihre Vorgärten und Fensterläden. Teilweise werden sogar Straßen gesperrt und in ein Lichtermeer verwandelt. Im Norden Kolumbiens feiert man die Nacht der Kerzen hingegen erst am Morgen des 08.12. Dafür erwachen die Menschen noch vor Sonnenaufgang und zünden ihre Kerzen an. Zum Glück sind wir bereits im Süden und das frühe Aufstehen bleibt uns erspart. :-)

Wenn es so etwas wie einen offiziellen Weihnachtsbeginn gibt, wird es wahrscheinlich der 16. Dezember sein. Für die verbleibenden Tage bis Heiligabend treffen sich Familien jeden Abend und beten und singen in Erinnerung an ihre Vorfahren und die Geburt Christi. Den Höhepunkt bildet traditioneller Weise das neunte Zusammentreffen, an Heiligabend.

Wie der 24. in der Familie gefeiert wird erfahren wir von einem jungen Pärchen in der Kaffeeregion bei Salento. Nach einer Wanderung im nahe gelegenen Nationalpark nehmen sie uns netterweise in ihrem Auto mit zurück in den Ort. Natürlich unterhalten wir uns über Weihnachten. Die beiden berichten, dass der Abend vom 24. innerhalb der Familie mit einem prächtigem Weihnachtsessen zelebriert wird. Ein traditionelles Essen ist der gestopfte Truthahn. Dieser wird bis spät in die Nacht verspeist. Die Bescherung findet am nächsten Morgen statt, manchmal aber auch schon um Mitternacht. Teilweise werden die Geschenke den Kindern in der Nacht vor das Bett gestellt. Ein handfester Beweis, dass der Weihnachtsmann selbst sie gebracht hat! Interessant ist auch das der 26. Dezember in Kolumbien kein Feiertag mehr ist -  dafür haben sie ja auch bereits am 08. frei. :-)

Kolumbien feiert ein sehr ähnliches Weihnachten wie wir es kennen, noch ähnlicher der britischen oder US-amerikanischen Manier. Dennoch fühlt es sich anders an. Mitten im Sommer und mit teilweise eben doch anderen Gebräuchen. Wer sonst legt schon so viel Wert auf unbefleckte Empfängnis, wo doch alle Welt den daraus entstandenen Spross viel spannender findet. Mit ein wenig Sehnsucht nach der Heimat geniessen wir dennoch die Erlebnisse und fremden Eindrücke. Wir sind gespannt was die restlichen Weihnachtstage und der Jahreswechsel noch an Überraschungen übrig hat.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
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Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

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