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Entspannen für Anfänger

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Angeblich ist die Wahrscheinlichkeit an herunterfallenden Kokosnüssen zu sterben größer, als bei Flugzeugabstürzen. Klingt verrückt. Sansibar ist aber definitiv einer dieser Orte, an dem Palmen Wedel an Wedel stehen und man es sich doch vorstellen kann. So eine herunterfallende Kokosnuss aus 5-10 Meter Höhe ist eben nicht zu unterschätzen. Und Sansibar in seiner paradiesischen Pracht auch nicht.

Nach etwa sieben Wochen weltreisen, von Stadt zu Stadt, Dorf zu Dorf, mit Bus, Bahn, Auto, staunend, begeistert, fröhlich und auch mal erschüttert, brauchen wir nur noch eins: Urlaub. Wer kennt das nicht? Diese innere Fülle von Eindrücken, Gedanken und Erfahrungen und schlussendlich den Wunsch, die Zeit einfach mal anzuhalten, sich hinzusetzten, zur Ruhe zu kommen und alles zu verarbeiten. Urlaub vom Urlaub eben, bescheuert oder einfach menschlich? So oder so, für unsere Auszeit hätten wir uns keinen besseren Ort als Sansibar (persisch „Küste der Schwarzen“) vor Tansania aussuchen können. Nach einer zweistündigen, ordentlich schuckeligen Fahrt mit der Expressfähre von Dar el Salam erreichen wir Stone Town oder auch Sansibar-Stadt, die Hauptstadt des halbautonomen Teilstaats. Streng genommen gehören zu Sansibar eine ganze Reihe von Inseln, unter anderem die nicht viel weniger große nödlich gelegene Insel Pemba. Um Doppeldeutigkeiten zu vermeiden wird die Hauptinsel von den Einwohnern Unguja genannt. Auf 80 km Länge und 50 km Breite fühlen sich hier über 1 Mio Einwohner zu Hause. Trotzdem bleibt –zumindest in der Nebensaison – Platz für menschenleere Strände und Wälder.

In Dar el Salam hingen wir noch zwischen den Religionen als morgens um 5:00 Uhr der Muezzin von seinem Türmchen (oder Lautsprecherchen) gegen den Gospelgesang der morgenaktiven Christenbande anträllerte. In Stone Town sind die Machtverhältnisse schon eindeutiger. Mit etwa 97% überwiegt der Islam und mit den religiösen Einflüssen kommt auch (das Klischee von) 1001 Nacht. Enge Gassen, geschäftige Märkte mit Tüchern, Gewürzen und Handel Handel Handel. Mal wieder gillt: Der Deal ist erst gut, wenn dein gegenüber Tränen in den Augen hat! Für unseren Urlaubswillen ist das alles erst mal zu viel Trubel und so hängen wir uns an unsere Fähren-Bekanntschaft aus Hamburg heran und verkriechen uns an die Ostküste Sansibars – und finden dort ein Stückchen Paradies in Paje.

Weißer Strand, türkises Meer. Ein Anblick, den man sich leicht vorstellen kann. Doch wirklich gesehen, haben wir soetwas noch nie und stellen nun fest, das man die wahre Schönheit eines solchen Strandes nur mit den Augen erfassen kann. Wenn man selbst die Seeluft atmet und ungläubig die Zehen in den weißen Sand bohrt. Es haut uns von den Socken. Wieder einmal sind wir dankbar, wie viele Wunder die Welt für uns bereit hält, über was wir alles staunen dürfen und das wir diese Reise zusammen unternehmen. In Nullkommanix pellen wir uns aus dem Reiseoutfit, ziehen Bikini und Badehose an und liegen am Strand. Man sollte meinen, dass nach beinahe zwei Monaten in Afrika bereits eine gewisse Grundbräunung gegeben sei. Ob es nun an dem afrikanischen Herbst/ Winter liegt, oder an der Tatsache, dass wir tendentiell nicht in Badekleidung durch die Welt marschieren – selbst im Schatten und mit jeder Menge Sonnencreme sind wir nach zwei Stunden rot geknuspert. Blöd... hoffentlich ist es morgen wieder bewölkt! :)

Tatsächlich scheint am nächsten Tag nicht die Sonne, der Sonnenbrand sagt merci vielmal! Gut geschlafen haben wir leider nicht und zwar aufgrund der Party-Atmosphäre im Hostel, bestehend aus zwei deutschen und zwei holländischen jungen Damen, die bereits seit über zwei Wochen mit den Angestellten Ballermann auf Sansibar spielen. Wir lassen uns die Laune nicht vermiesen, stehen umso früher auf und genießen den leeren Strand. Matthias geht joggen, Melanie grüßt Himmel und Erde bei einer Runde Yoga und um 7:30 Uhr liegen wir schon wieder in der Hängematte und lesen. Und wer hätte es gedacht, langsam aber sicher tummeln sich schon wieder Hummeln im Hintern. Ruhig liegen ist plötzlich doch nicht mehr so toll, also stürzen wir uns in einen wilden Handel mit den Strandverkäufern um uns das Material zum Kite Surfen zu besorgen. Wir wollen üben, was wir im Sommer 2013 in Polen begonnen haben.

Da es in el Paradiso aber leider keine Geldautomaten gibt, setzt das Unterfangen einen Tagesausflug nach Stone Town voraus. Und so erleben wir einen wilden Tag inmitten Sansibars. Mit sogenannten Dala dalas fährt man besonders günstig und trifft die berühmten „Locals“, grimmig, skeptisch schauende verschleierte Ladies und neugierige Gentlemen. Um die 40 Leute quetschen sich für die einstündige Fahrt in dieses Gefährt, eine Art Pick-Up mit Bänken auf der Ladefläche. Kinder werden auf den Schoß genommen um mehr und mehr Platz zu schaffen – wenn kein Platz mehr ist, wird einfach „rückwärts eingeparkt“. Hintern voraus schiebt sich noch einer und noch einer auf die Bank. Bei diesem Spielchen haben wir in Spitze bis zu 48 Köpfe auf der „Ladefläche“ zählen können. Wir erleben alle zusammen einen wunderschönen Moment, als ein kleines Mädchen unter den Augen aller Mitfahrenden nach einigen Augenspielchen und Andeutungen, Matthias Schoß erobert, sich ankuschelt und schließlich einschläft. So schnell spielt Hautfarbe eben doch keine Rolle mehr. Wir genießen den Tag in Stone Town, schlendern durch die Gassen, stöbern auf Märkten und Matthias legt sich beim Handeln voll ins Zeug. Hartnäckige Deutsche! Frauchen geht auf jeden Fall mit hübschem Tuch und Hose nach Hause!

Das Kite Surfen am folgenden Tag läuft leider nicht so reibungslos. Unser Mittelman vom Strand stellt sich als Halb-Halunke heraus, hält sich an keine Abmachung und schließlich haben wir einen Kite mit Loch in der Hand – 3 Stunden später als verabredet. Ne ne Freundchen, so nicht! Keine Leistung, kein Geld. Das findet er gar nicht gut. Kann aber nicht wirklich was machen, denn die erste Lektion die wir lernten und grundsätzlich befolgen: Geld gibt es erst nach Erhalt der Ware. Beim nächsten Anlauf versuchen wir es auf dem offiziellen Weg direkt über eine Kiteschule, zahlen vielleicht etwas mehr, bekommen dafür aber einwandfreies Material. Nun müsste man nur noch Kite Surfen können. Schade dass das auf uns doch nicht so sehr zutrifft, wie wir gehofft hatten. Unsere Polnischen Trainignsstunden im knietiefen See haben uns nicht auf die welligen Konditionen des Meeres bei Flut vorbereitet. Wir toben uns ordentlich aus, freuen uns aber jetzt schon auf die Kitestunden mit unserem Schulfreund Daniel, der in Kenia dem Wassersport huldigt und seine Weisheiten an blutige Anfänger und blutigere Fortgeschrittene weitergibt.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf lassen wir das Kiten vorerst hinter uns und ebenso die Partybutze in Paje. Etwas weiter nördlich, in Uroa finden wir schließlich doch noch das Rundum-Paradies (wenn auch hier mit dezentem Bass im Hintergrund) und spannen zwei Tage völlig aus. Mit gestärktem Geist und Körper lassen wir die Traumstrände schließlich hinter uns und kehren ein letztes Mal nach Stone Town zurück. Wir lassen uns zum Schnorcheln hinreißen – das erste Mal für uns – und finden dabei heraus, dass Matthias einer der wahrscheinlich sehr wenigen Menschen ist, die mit Schnorchel absaufen können. Hustend, prustend stellt er fest, dass er sich die Welt der Korallen und Nemos doch anders vorgestellt hatte und dabei muss Melanie ihm zustimmen. Es muss wohl noch etwas Überzeugungsarbeit geleistet werden, bis wir das Wunder der Unterwasserwelt entdecken – oder verstehen?

Mit Salzwasser in jeder Ritze und unvergesslichen Eindrücken verlassen wir schließlich Sansibar und kehren ans Festland zurück. So ganz erholt fühlen wir uns nicht, dafür gab es zu viel zu unternehmen und staunen. Und vielleicht auch zu viele Hummeln im Hintern, sodass man ja doch nicht still sitzen bleiben kann. Eigentlich auch ein schönes Gefühl. Unsere Reiselust lebt und brodelt. Weiter geht es gen Norden, die Küste entlang und unserem Abflughafen Nairobi entgegen.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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