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Die Welt von oben – Teil 2 Das Amphitheater

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Drakensberg nördlich von Durban ist das höchste Gebirge Südafrikas und die natürliche Grenze zu Lesotho. An einer der beeindruckensten Stellen auf etwa 3.000m im nördlichen Teil des Gebirges ragt das Amphitheater, eine je nach Informationsquelle 4 bis 11 km breite Steilwand etwa 1.000m in die Tiefe. Natürlich liegt hier ein Wanderparadies und kitzelt unsere Wanderslust, die wir im vergangenen Monat so oft wie möglich auszuleben versuchten. Schon einige Male mussten wir dabei allerdings feststellen, das angepriesene Wanderrouten in der Realität doch eher einer viel belaufenen zweispurigen Wanderstraße zu überlaufenen Attraktionen glichen. Besonders gerne wird mit traumhaften Wasserfällen geworben, die sich dann als ein 3m hohes gelbes Geplätscher herausstellen. So ein bergiges Paradies wie Drakensberg lässt auf anderes hoffen und wir sind voller Zuversicht.

Unser Hostel liegt wahrlich traumhaft, in der endlos wirkenden Ebene am Fuße des Gebirges, auf etwa 1000m. Von hier soll man das Amphitheater sehen können... Melanie hat zumindest eine Ahnung wo es sein könnte, diese wechselt zugegebener Maßen jedoch im zwei Stunden Takt. Matthias ist gleich viel pragmatischer und wartet bis er direkt davor oder darauf steht, bevor er eine Schätzung abgibt. Versucht man aus der Ebene das Amphitheater zu erreichen, sollte man für Hin- und Rückweg vier Tage einplanen. Mangels Zelt und so manch anderer notwendiger Ausrüstung nehmen wir die Schummelroute, die den Weg auf 600 Höhenmeter reduziert. Mit dem Auto pirschen wir uns von hinten an das Amphitheater heran. Bei unserer Internetrecherche klang der Weg sehr einfach, in der Realität verfahren wir uns so viel, dass wir mit einer Abfahrtszeit von 07:15 Uhr erst um 11:00 Uhr am Sentinal Carpark ankommen, wo das Auto endlich stehen bleibt und wir unsere mittlerweile heißgeliebten Wanderschuhe anziehen können. – Tatsächlich ist der Weg aber wirklich sehr einfach, insgesamt braucht man nur 2 mal (!!) links abbiegen, ansonsten immer geradeaus. Eigentliche Fahrzeit 2 Stunden. Sollte möglich sein, aber hinterher ist man eben immer klüger :)

Man sollte meinen, dass ein Start um 11:00 Uhr in solcher Höhe und bei entsprechender Sonneneinstrahlung ein Unterfangen der Sorte Krebsrot-in-30-Minuten sei. Gefragt nach der Wettervorhersage meinte die grummelige Hostelbesitzerin immerhin, dass das Wetter jeden Tag toll sei und ob wir uns denn schlechtes Wünschen würden? Zum Glück liegen auch Besserwisser mal falsch, und so starten wir unter leicht bewölktem Himmel, voller Energie und ausreichendem Sonnenschutz. Nach etwa einer Stunde werden die Wolken immer dichter und ein britisches Vater-Sohn-Duo kommt uns entgegen, mit der Ansage, dass sie ihre Wanderung abgebrochen haben, da beim Blick um die nächste Ecke der Himmel doch etwas arg dunkel aussehe. Sie seien sich zwar nicht sicher, ob sie es bereuen werden, aber das Amphitheater laufe ja nicht weg! Hmmm, wir laufen aber weg, oder besser gesagt fahren– in unserem Mietflitzer auf dem Weg durch Südafrika. Wir beschliessen zumindest bis zu besagter Ecke weiter zu gehen und uns selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Dort angekommen werden wir von einem zwar nicht freundlichen, aber immerhin stabil wirkenden Himmel beruhigt. Wir gehen weiter und rasten so manches Mal im Sonnenschein. Gute Entscheidung. Der Weg ist recht gemütlich zu bewältigen und steigt zunächst konstant mild an. Die letzten etwa 150m Höhenmeter führen dann aber in einer Hau-ruck-Aktion eine Felsspalt hinauf und werden so noch zu einer richtigen Kletterpartie. Erinnerungen an den Tafelberg kommen hoch, doch heute sind wir deutlich besser unterwegs, haben mehr Proviant, machen mehr Pausen und sind vielleicht auch schon ein bisschen fitter geworden – das wäre doch schön :)

Schließlich sind wir oben, auf 3000m. Hier ist es ganz flach – eine Terasse auf dem Dach Südafrikas. Und jetzt sehen wir auch das Amphitheater wie es glatt und gnadenlos in die Tiefe ragt. Dazu eine Ruhe die fast schon auf die Ohren drückt. Wir sind die einzigen weit und breit. Ein mächtiger Anblick und wunderschön. Das ist doch mal ein Ort für ein Nikerchen – denkt sich Matthias. Das ist doch mal ein aufziehender Nebel in der Ferne – denkt sich Melanie und scheucht den armen Kerl nach kurzer Zeit weiter. Von der Hostelbesitzerin viel umworben war auch ein Wasserfall – der zweit längste der Welt -, der sich an einer Stelle des Amphitheaters herunterstürzen soll, die wir von unserem Rastplatz aus nicht sehen können. Für den Abstecher sollte noch Zeit sein und so machen wir uns auf den Weg, finden jedoch nur einen sehr dünnen Flusslauf und stehen schließlich vor einem Sprühregen, der vom Rand des Amphitheaters pullert. Einfach schön diese südafrikanischen Reinfälle... eehm Wasserfälle!

Der Nebel kommt näher und so machen wir uns auf den Weg zum Abstieg. Die berühmt berüchtigte Internetrecherche ergab, dass man statt des selben Weges durch die Felsspalte zurück, alternativ auch zwei Leitern herunterklettern kann und von dort direkt wieder auf dem „gemütlichen“ Teil des Weges landet. Das klingt doch vielversprechend, wüsste man nur, wo genau diese Leitern sind. Den von uns erwarteten Wanderweg gibt es nämlich nicht – eigentlich genau wie wir es haben wollten, wandern ohne Touri-Komfort – und nun suchen wir eben mit jauchzender Wanderlust. Mit einer Vermutung machen wir uns auf den weg. Etwa eine Stunde später und mit nunmehr von Zeit zu Zeit hüstelnder Wanderlust werden wir endlich fündig und klettern hinunter. Das bringt den Puls noch mal richtig hoch und sollte besser mit starrem Blick auf die Sprossen, nicht nach unten gemacht werden -oder am besten gleich mit Seilsicherung, die wir leider nicht haben. Wir überleben, wir kommen unten an und marschieren flotter denn je zurück zum Auto. Dabei scheint der Nebel oberhalb deutlich zuzunehmen und stürzt gespenstisch von den Kanten. Unser Zeitfenster hätte wohl nicht besser passen können. Wir kommen heil und euphorisch am Auto an, voller Vorfreude auf die Dusche im Hostel und die riesen Portion Spaghetti, die wir uns dort kochen werden.

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
[Buch],[Film]
Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

Kiten im Paradies bei D&D Kitetravel

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