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Warum vorne- wenn es auch hintenrum geht?

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Viele Menschen kennen Peru wohl gerade deshalb, weil hier eine der berühmtesten Inka-Stätten inmitten der Anden darauf wartet erklommen zu werden. Auch wir wollen Machu Picchu sehen. Ob wir uns allerdings auf die Massen an lauernden Touristenfallen einlassen wollen, ist eine andere Frage. Oder findet sich vielleicht ein Hintertürchen?

Erster obligatorischer Stop ist Cuzco, ein Ort mit hübscher Innenstadt und ordentlich Charme. Wie so viele Städte in den Anden füllt Cuzco ein Tal aus, eingerahmt von noch höheren Bergen als die Stadt selbst, die auf etwa 3400m liegt. Ordentlich dünn ist die Luft und ganz schön viele Treppen warten auf dem Weg zu unserem Hostel. Nicht unbedingt unsere beste Wahl, denn die Wände sind dünn, das Klima ordentlich kalt und die Betten bis auf den Lattenrost durchgelegen. Dennoch genießen wir von hier einen wunderschönen Ausblick über die Stadt. Das ist doch schonmal etwas!

Cuzco selbst hat einiges zu bieten. Beeinduckende Kathedralen (in die wir ausnahmsweise mal wegen Matthias kurzen Hosen nicht reingelassen werden, nicht wegen Melanies offenen Haaren, freien Schultern oder oder oder), ein spitzenmäßiges Schoggimuseum, eine über die Stadt wachende Jesus –Statue und die Architektur der Innenstadt selbst. Die meißten Häuser haben eine Art „Grundmauer“ aus Steinen die noch die Inka vor 400 Jahren legten und darauf gebaut ist der Rest der modernen Hauswand. Es gibt viel zu sehen und viel zu lernen.

So verdanken wir dem Coca-Museum, zu Ehren der hier beinahe schon heiligen Coca Pflanze, das Wissen um Coca Colas Geheimzutat (bei dem Namen hätte man es sich auch denken können). Tatsächlich ist die Nutzung der Pflanze unheimlich vielseitig. Für Touris sowie Einheimische ein beliebtes Mittel gegen Höhenkrankheit – dabei hilft kauen, trinken, lutschen und vielleicht sogar anschauen. Für auf magische Weise bewusstseinserweiterte Medizinmänner ein Trip in die Geisterwelt. Für lebensmüde Abhängige die mit grausigen Stoffen wie Spiritus gemischte Droge Kokain. Und für Coca Cola ein Geschmacksträger. Coca – Wunderpflanze oder der Apfel im Paradies?

Gleichzeitig ist Cuzco Dreh- und Angelpukt für die Besichtigung der umliegenden Ruinen im Sacred Valley. Ohne Eintrittsgebühr kommt man selten davon und auch beim Transport versuchen die Peruaner ordentlich zu mogeln. Ein bisschen Geduld, Erfindungsreichtum und Nachfragen bringt einen hierbei dennoch schnell weiter. So zahlt man ganz schnell nur noch knapp $2 statt $5, usw. Ebenso läuft es mit der Besichtigung von Machu Picchu (was übrigens ganz unromantisch "großer Berg" heißt). Am beliebtesten, aber auch teuersten, ist ein mehrtägiger Trek auf dem berühmten Inka-Trail. Man darf also dort marschieren, wo damals Herr und Frau Inka persönlich reisten. Dafür braucht man jedoch eine Genehmigung, denn man möchte die Zahl der pro Tag startenden auf die absolute Minizahl 500 reduzieren. Na wenn sich da mal keiner auf die Füße tritt! Dieser Trek ist bereits viele Monate im Vorfeld ausgebucht.

Wir liebäugeln stattdessen ordentlich mit dem Salkantay Trail, einem weniger belaufenen und mit Erklimung vom Bergpass von 4000m Höhe ein atemberaubender Weg. So richtig hatten wir jedoch nicht mit der Regenzeit gerechnet und die tobt sich zur Zeit ordentlich aus. Wir hören von vielen verregneten Wanderungen. Dafür sind wir mit unserem Sommer-Leichtgepäck absolut nicht ausgerüstet und bei der Vorstellung von pitschnassem Dahergetrotte vergeht uns die Lust. Wie kommt man also nun zu Machu Picchu? Ein Bus fällt leider aus, denn die peruanische Regierung scheint peinlich genau darauf zu achten, dass sich keine Straße nach Aguas Calientes, dem bewohnten Ort am Fuße der Ruinen, verirrt. Es bleibt der Zug, denn Schienen haben es sehr wohl dort hin geschafft.

Wieder einmal macht hier jemand sehr viel Geld. Der Zug ist wahnsinnig teuer, wenngleich die Szenerie nicht unbedingt schön und die Fahrt ruckelig und langsam ist. Inka Rail und Peru Rail heißen die Betreiber und auch wenn sie einheimisch klingen, sind es tatsächlich ausländische Unternehmen. Wieder einmal sind es nicht die Peruaner vor Ort, die das Geld einnehmen.

Was bleibt uns nun übrig? Keine Wanderung, kein Bus, kein Zug. Schließlich lesen wir von einer Art Hintertür, die uns nach Aguas Calientes bringt. Über mehrere Tage hinweg kombinieren wir Minibusfahrten mit der Besichtigung kleinerer, wenngleich beeindruckender, Ruinen im Sacred Valley und pirschen uns vor. Schlussendlich muss man an Aguas Calientes vorbeifahren und dann von der anderen Seite zurückwandern. Glücklicherweise weisen einem dabei die Schienen der Wucherzüge, den Weg und nach einer etwa 2,5 stündigen Wanderung erreicht man Aguas Calientes.

Mit leichtem Gepäck, den Großteil haben wir in unserer vorherigen Unterkunft zurückgelassen, machen wir uns bei strahlendem, brütenden Sonnenschein auf den Weg. Dabei sehen wir das Unheil auf uns zurollen... Dicke, tief hängende Wolken, ein Schleier aus Regen. Nach einer viel zu kurzen halben Stunde Sonnenschein setzten wir pitschnassen Fuß vor pitschnassen Fuß. Es regnet wie aus Kübeln, bis zu unserer Ankunft, zwei Stunden später. Immerhin unsere Rucksäcke bleiben dank Regenschutz trocken. Wir selbst sind ordentlich nass und unterkühlt.

Wenigstens in Aguas Calientes führt die Nebensaison zu niedrigeren Preisen. Wir finden ein Bett mit halbwegs lauwarmer Dusche und eine ordentliche Mahlzeit. Am nächsten Morgen zwiebeln wir uns in unser zweites Set Kleidung, der Rest ist vom Vortag noch immer triefend nass und machen uns auf den Weg zu Machu Picchu. Etwa 1,5 Stunden dauert der Anstieg zu Fuß, was man sich auch durch eine $10 pro Strecke Busfahrt ersparen kann. Aber nicht mit uns, wir wollen uns den Anblick verdienen! Also stapfen wir los, die Sonne bricht langsam aus den Wolken hervor und schließlich sehen wir, was all der Trubel um diese Ruinen soll.

Es ist wirklich eine beeindruckende Stätte. Wie auf einem Plateau, umgeben von reißenden Abgründen und riesigen Bergen mit teils schneebedeckten Gipfeln prankt die Inka-Stadt. In großen Teilen restauriert, kann man die Stadt sehr gut wiedererkennen. Hier die Terassen für die Landwirtschaft, dort die Wohnhäuser, dort ein öffentlicher Platz. Das Wetter wird immer besser und unsere Laune ebenso. Es ist ein toller Anblick! Wir wollen längst nicht mehr darüber nachdenken, ob Reiseerfahrungen sich „lohnen“, denn das tun sie immer! Dennoch muss man sagen, das die Strapazen der letzten Tage, all das Herumgefahre und durch den Regen gestapfe sich gelohnt haben.

Gleichzeitig muss man sich als Tourist in Machu Picchu aber auch fragen, wie gut es den Ruinen eigentlich tut, dass so viele Menschen sie sehen möchten. Etwa 2500 Mensch pro Tag stapfen zwischen den Ruinen umher, machen trotz Verbot Sprungbilder nahe am Abgrund und früher oder später droht der ganze Spaß einfach einzustürzen. Experten appelieren längst an die peruanische Regierung, Besuche strenger zu organisieren, teilweise einzustellen, dieses Weltkulturerbe zu schützen. Dennoch. Wieviel ist ein Weltkulturerbe schon wert, wenn die Welt es nicht sehen kann?

Nach einigen Stunden des Umherlaufens steigen wir schließlich wieder hinab nach Aguas Calientes. Mit dem Zug am nächsten Morgen zuckeln wir einen Teil der Strecke zurück nach Cuzco. Für einen Wucherpreis von $52 (wobei die Morgenfahrt noch die um $20 günstigste ist!) schleichen wir knappe zwei Stunden. Aber hey! Es gibt ein Freigetränk und ein paar Nüsse!

Ein Zwischenstopp um unser Gepäck einzusammeln und zwei Minibusse später kommen wir wieder in Cuzco an. Zu unserer großen Freude treffen wir hier Kyle und Carmen wieder, die nach einem längeren Ecuador-Aufenthalt und einem Peru-Schnelldurchlauf nun wieder zu uns „aufgeschlossen“ haben. Durch ihren Hinweis finden wir dieses Mal eine richtig tolle Unterkunft in Cuzco, bei einer kleinen Familie, die ordentlich aufgeregt über ihr neues Hostal ist.

Bei Speis und Trank tauschen wir uns mit Kyle und Carmen aus. Es ist richtig schön, die beiden wieder zu sehen. Einen Tag länger wollen sie in Cuzco bleiben und dann schließen sie wieder zu uns auf. Nächstes Ziel: Titicaca See. Höhe: knapp 4000m. Einmal tief Luft holen und los gehts!

Wo wir sind...

Zentral & Südamerika
Position Hawaii
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Literatur & Filme

Cambodias Curse von Joel Brinkley [Buch]
Kambodschas Geschichte von Vorgestern bis Heute

Rumour of Spring von Max du Preez
[Buch]
Südafrika nach 20 Jahren Demokratie


Spielball Erde von Claus Kleber: [Buch], [Dokumentation], [IPad-App]
Kampf um knappe Ressourcen

12 Years a slave
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Wahre Geschichte eines entführten und versklavten Amerikaners

Webseiten

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